New Energy. Old Powers?

Poster MATERIA PRIMAEIN FILM VON JENS SCHANZE

Jeder Rohstoff ist der Beginn einer Geschichte.

Lithium ist unverzichtbar für die Energiewende. An keinem Ort der Welt gibt es mehr von dem begehrten Metall als im Hochland Boliviens.
Ohne Lithium würde kein Stromspeicher, kein Rechenzentrum, kein Elektroauto und kein Smartphone funktionieren.

Die Europäer wollen den Rohstoff, um ihre Automobilindustrie zu retten. Die Bolivianer wollen ihn, um die Armut zu bekämpfen.

Während die bolivianische Regierung mit Unternehmen aus aller Welt verhandelt, mobilisieren sich in ländlichen Gebieten zivilgesellschaftliche Gruppen, die haupt-sächlich von Frauen organisiert werden.

Der Film bietet einen seltenen Einblick in die Strategie der Europäer, sich das dringend benötigte Material zu sichern. Er macht die gegensätzlichen Interessen bezüglich des Rohstoffabbaus und der Industrialisierung in einem Land des sogenannten globalen Südens sichtbar.

Die Gegenwart wird von 500 Jahren Kolonialgeschichte überschattet. Texte aus der Chronik eines indigenen Zeitzeugen des 16. Jahrhunderts verändern den Blick auf die heutige Welt und werfen die Frage auf:

Sind wir bereit zur Dekolonialisierung?


„Bolivien wird das Saudi-Arabien Lateinamerikas sein.“ – Evo Morales, ehemaliger Präsident Boliviens

Silber, Zinn, Zink, Blei, Kupfer, Erdgas: Jahrhundertelang floss Boliviens Reichtum in andere Länder. Doch inzwischen sind die Vorkommen erschöpft und die Infrastruktur bröckelt. Wird der Lithiumbedarf der Industrieländer dem Land helfen oder wiederholt sich die Geschichte?


„Wenn wir die Öffnung der Salzseen Boliviens verpassen, stehen wir als Idioten erster Klasse da.“ – Félix Fernández-Shaw, EU-Direktor für Lateinamerika

Europa strebt eine verlässliche Rohstoffversorgung an. Bolivien möchte industrielle Wertschöpfung erreichen und nicht auf die Rolle des ewigen Rohstofflieferanten reduziert werden.


„Ihr esst dieses Gold? fragte der Inka. Wir essen dieses Gold, antwortete der Spanier, der einen langen Bart trug.“

Die historischen Texte im Film spiegeln die Vergangenheit in der Gegenwart. Sie basieren auf der Chronik des Inka Guaman Póma de Ayala. Er verfasste sie zwischen 1580 und 1613. Es ist die einzige bekannte Quelle aus der Kolonialzeit, in der die damaligen Ereignisse aus der indigenen Perspektive geschildert werden. Das Buch wird in der Königlichen Bibliothek Dänemarks verwahrt.

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